Klares Lohnplus für die Bau-, Holz- und Steinarbeiter

Erfolgreiche Lohnabschlüsse in den ersten Verhandlungsrunden in den BAU-HOLZ-Branchen

 

Die Gewerkschaft Bau-Holz blickt mit Stolz hat ihre Frühjahrs-Lohnrunden sehr erfolgreich abgeschlossen. Neben guten Lohnabschlüssen zwischen Plus 3,35 und 3,45 Prozent gibt es auch viele Verbesserungen im Rahmenrecht und historische Erfolge im Lehrlingsbereich, die nicht zuletzt zu einer Imageaufwertung für die Lehrberufe in den Bau-, Holz- und Steinbranchen führen werden. Eines der Hauptthemen bei allen Verhandlungen waren Maßnahmen gegen die Verschlechterungen im neuen Arbeitszeitgesetz.

 

„Wir konnten alle Kollektivvertragsverhandlungen ohne großes Tam-Tam bereits in der ersten Verhandlungsrunde mit sehr guten Ergebnissen abschließen. Harte, aber faire Gespräche auf Augenhöhe mit unseren Sozialpartnern haben das möglich gemacht“, zeigt sich der Verhandlungsleiter auf Arbeitnehmerseite GBH-Bundesvorsitzender Abg.z.NR Josef Muchitsch zufrieden.

 

Erfolgreiche Abschlüsse – Lohnerhöhungen mit 1. Mai 2019

 

Bauindustrie und Baugewerbe

Für 100.000 Beschäftigte in Bauindustrie und Baugewerbe konnte die GBH mit plus 3,35 Prozent auf den KV-Lohn, Parallelverschiebung, der Erhöhung der Taggelder sowie der Verbesserung der Hitzefrei-Regelung ab 32,5 Grad Celsius einen großen Erfolg erzielen. Dazu kommt die kollektivvertraglich geregelte Möglichkeit einer 4-Tage-Woche mit max. 10 Stunden pro Tag. Muchitsch: „Die Regierung hat die 4-Tage-Woche versprochen, sie aber nicht umgesetzt. Das haben jetzt die Bausozialpartner geregelt.“

 

Die „harten Brocken“ Jahresbeschäftigung am Bau mit dem Ziel Verringerung der Winterarbeitslosigkeit und mehr Freizeit für die Beschäftigten durch eine 6. Urlaubswoche werden im Herbst verhandelt. Damit wird das gemeinsame Bemühen um eine Imageaufwertung für den Baubereich fortgesetzt.

 

Holz- und Sägeindustrie, Stein- und keramische Industrie

In der Holz- und Sägeindustrie mit 20.500 sowie der Stein- und keramischen Industrie mit 8.500 ArbeiterInnen wurde neben der Lohnerhöhung unter anderem auch festgelegt, dass ab der 11. und 12. Arbeitsstunde bzw. aber der 51. Wochen-Arbeitsstunde 100 Prozent Zuschläge gebühren.

 

Baunebengewerbe

Die 51.000 ArbeiterInnen in den Baunebengewerben freuen sich über eine Erhöhung der Taggelder, die Einführung eines Taggeldanspruches für Arbeiten im Ausland und vereinheitlichte und verbesserte Kündigungsfristen in allen Branchen. Karenzzeiten ab 1. Mai 2019 werden in einem Ausmaß von 24 Monaten auf dienstzeitenabhängige Ansprüche voll angerechnet. Um am 24. und 31. Dezember arbeitsfrei zu bekommen, muss zukünftig nur noch ein Urlaubstag konsumiert werden.

 

Wildbach- und Lawinenverbauung

Die rund 750 Beschäftigten der Wildbach- und Lawinenverbauung Österreichs um 3,35 Prozent mehr auf die kollektivvertraglichen Mindestlöhne. Das Trennungsgeld und die Mobilitätsabgeltung (ohne Werksverkehr) werden mit dem VPI 2018 angepasst.

 

Muchitsch: „Diese Abschlüsse bringen echte Reallohnerhöhungen für die Beschäftigten in unseren Branchen.“ Lohnerhöhungen werden nicht nur für den kollektivvertraglichen Lohn, sondern auch für die tatsächlichen Stundenlöhne vereinbart – über Ist-Lohn-Erhöhungen oder eine Parallelverschiebung, die festlegt, dass eine Überzahlung bei einer KV-Lohnerhöhung nicht geschmälert werden darf.“

 

Klares Plus für die Lehrlinge

 

Dazu kommt ein Meilenstein für die Lehrlinge: „Erstmals in der Geschichte von KV-Verhandlungen erhalten Lehrlinge, die im Lehrverhältnis 18 Jahre alt werden, in der Holz- und Sägeindustrie sowie in der Stein- und keramischen Industrie die höchste Lehrlingsentschädigung”, freut sich Albert Scheiblauer, Bundesjugendsekretär der Gewerkschaft Bau-Holz, „das bedeutet bis zu 100 Prozent mehr Lehrlingsentschädigung.“

 

Im Baunebengewerbe können sich die Lehrlinge über ein klares Plus von bis zu 15 Prozent auf die Lehrlingsentschädigung freuen. Lehrlinge, die im laufenden Lehrverhältnis das 18. Lebensjahr vollenden, erhalten die Lehrlingsentschädigung des zweiten Lehrjahres.

 

Historisch hohe 2-Jahres-Abschlüsse

 

Für den Bau und das Baunebengewerbe gab es 2-Jahres-Abschlüsse. Für die Beschäftigten im Baunebengewerbe gibt es 2020 zum VPI (Verbraucherpreisindex) plus 1,3 Prozentpunkte und für das Baugewerbe und die Bauindustrie den VPI plus 0,95 Prozentpunkte. Damit ist für die nächsten 2 Jahre eine hohe Reallohnerhöhung garantiert.

 

Neue Wege in der Kommunikation

 

Neue und schnellere Wege beschreitet die GBH in der Kommunikation. Die Mitglieder waren „live“ bei den Verhandlungen dabei – sie wurden über Verhandlungsstart und Lohnabschluss umgehend per SMS informiert. Auch die Social-Media-Aktivitäten wurden erfolgreich ausgeweitet.

 

Muchitsch abschließend: „Mit diesen Lohnabschlüssen haben wir als Gewerkschaft Bau-Holz unter schwierigsten politischen Rahmenbedingungen gezeigt, wie wichtig die Sozialpartnerschaft für faire Löhne und Arbeitsbedingungen in Österreich ist.“

 

Das Wichtigste in Kürze

 

Bauindustrie und Baugewerbe

+ 3,35 % mit 1. Mai 2019

Prarallelverschiebung

VPI plus 0,95 Prozentpunkte ab 1. Mai 2020

Taggelderhöhungen

Regelung für Tunnelein- und -ausfahrt, tägliche Heimfahrt

Überbrückungsabgeltung erhöht

Hitzefrei bereits ab 32,5 Grad Celsius

Möglichkeit einer 4-Tage-Woche mit max. 10 Stunden pro Tag nur mit Zustimmung des Betriebsrates bzw. Einzelvereinbarung, wo es keinen Betriebsrat gibt

 

Baunebengewerbe

+ 3,35 % mit 1. Mai 2019

Prarallelverschiebung

VPI plus 1,3 Prozentpunkte ab 1. Mai 2020

Erhöhung der Taggelder

Einführung eines Taggeldanspruches für Arbeiten im Ausland

Kündigungsfristen für alle Branchen vereinheitlicht und verbessert

Lehrlinge, die im laufenden Lehrverhältnis das 18. Lebensjahr vollenden, erhalten die Lehrlingsentschädigung des zweiten Lehrjahres.

Lehrlingsentschädigungen bis zu plus 15 Prozent

Volle Anrechnung der Karenzzeiten

Für 24. und 31. Dezember ist nur noch ein Urlaubstag nötig

 

Holz- und Sägeindustrie

+ 3,45 % auf KV-Löhne mit 1. Mai 2019

+ 3,25 % auf Ist-Löhne mit 1. Mai 2019

100 Prozent Zuschlag für 11. und 12. Stunde und 100 Prozent Zuschlag ab der 51. Wochenstunde

Bezahlte Arbeitspausen ab der 10. Stunde

Rechtsanspruch auf tageweisen Zeitausgleich

Lehrlinge, die im laufenden Lehrverhältnis das 18. Lebensjahr vollenden, erhalten die Lehrlingsentschädigung des dritten Lehrjahres

 

Stein- und keramische Industrie

+ 3,35 % auf KV-Löhne mit 1. Mai 2019

+ 3,2 % auf Ist-Löhne mit 1. Mai 2019

100 Prozent Zuschlag für 11. und 12. Stunde und 100 Prozent Zuschlag ab der 51. Wochenstunde

Für 24. und 31. Dezember ist nur noch ein Urlaubstag nötig

Möglichkeit einer 4-Tage-Woche mit max. 10 Stunden pro Tag nur mit Zustimmung des Betriebsrates bzw. Einzelvereinbarung, wo es keinen Betriebsrat gibt

Lehrlinge, die im laufenden Lehrverhältnis das 18. Lebensjahr vollenden, erhalten die Lehrlingsentschädigung des dritten Lehrjahres

 

Wildbach- und Lawinenverbauung

+ 3,35 % auf KV-Löhne mit 1. Mai 2019

Trennungsgeld und die Mobilitätsabgeltung (ohne Werksverkehr) werden mit dem VPI 2018 angepasst

Verbesserung der Entgeltfortzahlung bei Dienstverhinderung

Rahmenbedingungen für die Ausbildung zum Partieleiter konkretisiert

 

Nähere Infos zu allen KV-Verhandlungen: www.gbh-br.at/kv2019 oder www.bau-holz.at/kvnews.

 

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